Russisch an der Heine

РУССКИЙ   ЯЗЫК

30 Jahre Russisch an der HHS

Als Ende der 80er Jahre der Zustrom der Aussiedler anwuchs, entschloss man sich, für das Schuljahr 89/90 einen Russischlehrer einzustellen. So kam vor etwa 30 Jahren Helmut Cordes als Lehrer für Russisch und Deutsch-Förderunterricht an die HHGS in Leherheide, dem Stadtteil, in dem sich die Ansiedlung der Neubürger konzentrierte.

Helmut Cordes

Russisch wurde ab der 7. Klassenstufe als 1. und 2. Fremdsprache (FS) als muttersprachlicher Unterricht angeboten. Wie bei den „Kreuzberger Nächten“ fing es „ganz langsam an“, nämlich mit 9 SchülerInnen unterschiedlicher Altersstufen, die zunächst in einer Gruppe am Vormittag unterrichtet wurden.
Im 2. Jahr fand der Unterricht schon in 3 Gruppen der Klassenstufen 7/8/9 statt. Russisch als 2. FS kam hinzu. Im 3. Unterrichtsjahr, in dem auch SchülerInnen der Johann-Gutenberg-Schule(JGS) dazugekommen waren, betrug die Schülerzahl schon 57 und es musste auch am Nachmittag unterrichtet werden.

Im 4. Unterrichtsjahr 92/93 stieg die Schülerzahl auf 88, und zum 1. Mal konnten alle Jahrgangsstufen 7 bis 10 getrennt unterrichtet werden. Die Erfahrungen aus diesen 4 Jahren flossen in einen Artikel für die Russisch-Fachzeitschrift „PRAKTIKA“ im Jahre 1993 ein.
Im 5. Unterrichtsjahr überstieg die Schülerzahl zum 1. Mal mit 119 die Hunderter-Marke! Wie schon in den Jahren zuvor musste der Nachmittagsunterricht ausgedehnt werden.

Die nächsten beiden Jahre (94/95; 95/96) wiesen eine erneut angestiegene, aber dann konstant gebliebene Schülerzahl von 146 aus. Auch aus anderen Schulen der Stadt nahmen nun freiwillig einige SchülerInnen am Unterricht teil.
Im Schuljahr 96/97 stieg die Schülerzahl dann nochmals auf 172 an und erreichte im Jahr darauf den bisherigen Rekord von knapp 200, genau 198 SchülerInnen!

Dadurch, dass viele SchülerInnen inzwischen schon die Grundschule durchlaufen hatten, wurde der Anteil von Russisch als 1. FS statt Englisch weiter zurückgedrängt und der Anteil als 2. FS im WP-Unterricht nahm ständig zu. Im Schuljahr 98/99 betrug die Schülerzahl 171.

Es wurde an 3 Vormittagen im WP-Bereich und an drei Nachmittagen unterrichtet.

In all den Jahren wäre die Organisation dieses umfangreichen Unterrichtsangebots ohne die Mithilfe unserer drei Referendarinnen Karin Bräutigam, Mandy Weidner und Irina Groeneveld nur schwer möglich gewesen! Im Rekordjahr 97/98 musste sogar unsere Polnisch-Kollegin Bogumila Kadow mitaushelfen!

Hier kurz die weitere Entwicklung der Schülerzahlen bis 2005/2006 unter der Bedingung, dass Russisch ausschließlich im WP-Bereich als 2. FS unterrichtet wurde und die SchülerInnen in der Heinrich-Heine-Schule angemeldet sein mussten:

1999/2000: 134

2000/2001: 118

2001/2002: 98

2002/2003: 87

2003/2004: 72

2004/2005: 78

2005/2006: 85 (darin enthalten 5 SchülerInnen der Klassenstufe 6, für die Russisch zum 1. Mal als 2. FS angeboten wurde)

2006/2007: 61 (in der Klassenstufe 6 ist leider durch zu wenige Anmeldungen kein Kurs zustande gekommen)

2007/2008: 43 (Stufe 7: kein Kurs)

2008/2009: 51 (Nadja Wasilew als zweite Lehrerin)

2009/2010: 62 (23 Anwahlen in Stufe 6!)

2010/2011: 65

2011/2012: 58

2012/2013: 77 (Olga Mauermann (Krainert) kommt als dritte Lehrkraft dazu)

2013/2014: 87

2014/2015: 78

Nach dem Schuljahr 2015/2016 mit 68 Schülern gab es bis zum Schuljahr 2019/2020 eine stetige Steigerung der Schülerzahlen auf nunmehr 136.

2015/2016:   68

2016/2017:   89

2917/2018:   98

2918/2019:   104

2019/2020:   136

Im Schuljahr 2017/2018 kam Dina Keller als dritte Russischlehrkraft an die HHS.

Russisch ist also weiterhin als 2. Fremdsprache im Profil der HHS etabliert.

Die gestiegenen Zahlen zeigen ein deutlich gestiegenes Interesse an der Sprache nicht zuletzt aufgrund der Berufsperspektive und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch das Kultur- interesse spielt eine Rolle.

Unterrichtet wird von Stufe 6 – 10 in heterogenen Gruppen, wobei schon längst nicht mehr nur Schülerinnen und Schüler mit russischsprachigem Hintergrund den Unterricht besuchen, sondern bunt gemischt auch Lernende mit deutschsprachigem Hintergrund, aber auch anderer Herkunft am Unterricht teilnehmen.

Die Unterrichtsmethoden sind vielfältig:   Kartenspiele, Theaterstücke, Spiele zur Festigung des Wortschatzes, Bewegungsspiele und Rollenspiele.

Nach 30 Jahren Russisch an der HHS nehmen in diesem Jahr zum ersten Mal Schülerinnen am Bundescup 2019 „Spielend Russisch lernen“ teil.

Schulintern haben sich Anastasia Gunger und Felicia Schmidt durchgesetzt und nahmen am 20.09. 2019 an der Regionalrunde in Bremen teil.

Feststellungsprüfungen

Ein weiterer Aspekt des Russisch-Unterrichts an der HHGS waren die sogenannten „Feststellungsprüfungen“.

Diese Prüfungen sind für russische-sprachige Aussiedler-Kinder von anderen Schulen Bremerhavens vorgesehen, an denen es keinen Russisch-Unterricht gibt und sollen den Kenntnisstand der Sekundarstufe I (Ende 10. Klasse) oder das Fachabitur (FOS) abprüfen. Diese Prüfungen fanden seit 1992 jedes Jahr zunächst im Mai/Juni, später dann sogar in zwei Durchgängen daneben auch noch im Februar/März statt.

Bis zum Jahre 2006 prüften Schulleiter – Hannes Pilger als Vorsitzender und Helmut Cordes als Fachprüfer insgesamt 468 Prüflinge, davon 49 mit Fachabitur! Ende des Schuljahres 2014/2015 verabschiedet sich der Pionier des Russisch-Unterrichts an der HHS Helmut Cordes, nach 26 Dienstjahren in den verdienten Ruhestand und übergibt die Stafette an Nadja Wasilew mit der Hoffnung, dass der Russisch-Unterricht an der HHS auch in den kommenden Jahren ein wichtiger Bestandteil des Profils dieser Schule bleiben wird. Zur Integration vieler russischsprachiger Aussiedler hat er mit Sicherheit einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet.

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